Manuelle Therapie (MT)
Bei der Manuellen Therapie handelt es sich um eine effektive Behandlungsmethode, bei der mit besonderen Techniken die betroffenen Gelenke mobilisiert oder stabilisiert werden.
Es gibt verschiedene Konzepte in der Manuellen Therapie, die sich in Methodik und Technik unterscheiden. Die moderne manuelle Therapie bedient sich der jeweils besten Technik, angepasst an die individuell bestehende biomechanische Funktionsstörung bzw. bestehenden Problematik.
Die Effektivität der Manuellen Therapie wird zusätzlich noch gesteigert, wenn der Patient ein entsprechendes, der Diagnose angepasstes Krafttraining aktiv durchführt, z. B. nach Kreuzband-, Meniskus-, Sprunggelenk- oder Schulterverletzungen.
Unser Konzept ist ein verbindendes, ganzheitliches Konzept. Wir haben es das biokybernetische Konzept genannt. Darunter verstehen wir, dass alles mit allem verbunden ist und dass alles geregelt und gesteuert wird. Das wichtigste Schlüsselwort in unserem Konzept ist INFORMATION. Wir erklären, was ein Tennisellenbogen mit einer Lungenproblematik zu tun hat und warum Nierenfunktionsstörungen Knieschmerzen verursachen können.
In der Manuellen Therapie gibt es eine Vielzahl von Vorgehensweisen oder „Konzepten“. Das OMT-Modell nach Kaltenborn und Evjenth ist sehr stark mechanisch geprägt. Cyriax hat ein perfektes lokales Untersuchungssystem entwickelt. Auch das Maitland-Konzept hat gute Ideen und Modellvorstellungen. Andere Konzepte verbinden verschiedene Ansätze und übernehmen die besten Elemente aus unterschiedlichen Konzepten. Manche Systeme sind sehr dogmatisch aufgestellt. Alle Konzepte, Modelle und Systeme haben ihre Vorteile.
In unserem Konzept geht es um die verbindende Idee. Unserer Meinung nach ist es nicht sinnvoll, nur das Beste von Vielem zu nehmen. Der Physiotherapie fehlt es nicht an Techniken, sondern an Verständnis. Neurophysiologie, Bindegewebsphysiologie, Pathophysiologie, Interpretation und „clinical reasoning“ sind wichtige Themen in unserer Weiterbildung. Trotzdem holen auch wir Ideen aus verschiedenen Schulen, unter anderem aus der englischen, skandinavischen, australischen, tschechischen, neuseeländischen und amerikanischen Schule sowie aus der Osteopathie.
So ist eine ganzheitliche Betrachtungsweise in unserer Manuellen Therapie gesichert.
Wie wird das biokybernetische Konzept in die Praxis umgesetzt?
Das biokybernetische Konzept arbeitet mit Modellen. So verwenden wir das biopsychosoziale Modell, das MDBB-Modell, das Ebenen-Modell und das SMS-Modell. Die Mehrheit der Patienten mit funktionellen Beschwerden kann nicht rein körperlich betrachtet werden. Wenn Sie in der Praxis eine Technik aus der Manuellen Therapie anwenden, hat diese Einfluss auf den Körper, die Funktion sowie auf die Energie und Information. Weiterhin kann sie die Psyche, Seele, den Geist und das Bewusstsein des Patienten beeinflussen. Das Gesundheitsdefizit des Patienten kann auch Auswirkungen auf sein soziales Umfeld haben.
Welche Therapien, Methoden und Techniken werden in unserer Weiterbildung vermittelt?
Wir betreiben eine biokybernetische Systemdiagnostik. Unser ganzheitliches, biokybernetisches Konzept stellt eine strukturierte, systematische, aber offene Anamnese an den Anfang. Danach folgt die unspezifische und spezifische manualtherapeutische Untersuchung. Interpretation des Befundes und „clinical reasoning“ sind Voraussetzung und Unterrichtsinhalt. Das Aufstellen eines Behandlungsplanes mit Zielsetzung und Prognose wird gelehrt.
In die Weiterbildung integriert sind arthrofasciale Techniken wie Kompression, Traktion, Oszillation und Walken. Hinzu kommen neurokybernetische Techniken wie Vibration und „Schubbeln“, neuromechanische und -strukturelle Techniken wie Nervenmobilisation und Nervendehnung sowie myofasziale Techniken wie tiefe Querfriktion, Dekontraktionen, Funktionsmassage und Triggerpunkt-Therapien.
Mobilisieren heißt nicht immer Strukturverlängerung, sondern kann auch eine gezielte Beeinflussung des Systems bedeuten. Weiter werden kurze Einblicke in andere Therapierichtungen gegeben. Viszerale und neurofasziale Therapien werden gezeigt. Östliche Therapien und deren Bezug zur Manuellen Therapie werden angesprochen, zum Beispiel Akupressur, Tuina, Shiatsu, Tsubo, An Mo und Meridianmassage.
Typische manuelle Therapietechniken, die unphysiologisch oder nicht möglich sind, werden nicht gelehrt. Dafür stehen Ihnen nach unserer Fortbildung viele neue Techniken zur Verfügung. Noch wichtiger ist, dass Sie wissen, wann Sie welche Technik bei welchem Patienten anwenden müssen.
Auch das Aufstellen eines Hausprogramms und gezielte Aufträge für den individuellen Patienten werden vermittelt.
